Erdulde, was das Leben dir beschert. Lerne, so viel du kannst. Schätze das Gute in deinem Leben. Gib niemals auf. Wachse weiter. (Seite 566)

 

Cover: Die Hoffnung ihrer TochterZum Inhalt

Das Buch schließt nahtlos an den Vorgängerband an. Hildemara erkrankt an TBC, ihre Mutter Marta kommt und „übernimmt“ die Familie. Carolyn, die Tochter Hildemaras, kann nicht verstehen, weshalb ihre Mutter sie auf Abstand hält, und gerät zwischen die Fronten. Sie entfremdet sich ihrer Mutter und schließt sich ihrer Oma an.
Als Carolyn Jahre später schwanger nach Hause zurückkehrt, scheinen sich unheilvolle Entwicklungen, wir wir sie aus dem ersten Band kennen, zu wiederholen. Als Folge bleibt das Verhältnis zu ihrer Tochter May Flower Dawn, die ein gutes Verhältnis zu ihrer Oma Hildemara hat, schwierig. Während die Jahre vergehen, naht irgendwann die Zeit, in der es nötig wird die Familienprobleme zu lösen. Nur: ist das überhaupt noch möglich, nach jahrzehntelang dauernden Kämpfen und Mißverständnissen? Kann Dawn eine Brücke zwischen den Generationen bauen?

In diesem Buch (sowie dem Vorgängerband) hat die Autorin ihre eigene Familiengeschichte erzählt.

 

Kommentar / Meine Meinung

Was habe ich mit diesem Buch gerungen, mehr noch als mit dem Vorgänger, wollte abbrechen, habe es dann (bildlich ausgedrückt) wütend in die Ecke gepfeffert - um es schließlich tief bewegt zu beenden. Ein Buch, das es mir nicht leicht gemacht hat. Eine Achterbahnfahrt, wie ich sie schon lange nicht mehr erlebt habe. Ein Buch, das einen - eigentlich deren mehrere - Blick in menschliche Abgründe eröffnet, um dann zu zeigen, daß es auch Glück, Liebe und Frieden gibt. Wenn ich es mit dem ersten Band zusammen betrachte, ein Jahrhundert voll menschlichem Leben. Höhen und Tiefen. Freud und Leid. Geburt und Tod. Die ganze Spannweite.

Man sollte auf jeden Fall beide Bücher als Einheit betrachten. Es wurden, wie die Autorin in einem Interview gesagt hat, zwei Bände, weil ein Buch mit über tausend Seiten schwer zu „handeln“ ist. Inwieweit diese Lösung günstig ist, mag dahingestellt sein. Zumindest ich hätte nach dem ersten Band, obwohl der mit einem Cliffhanger endete, vermutlich ohne eine Leserunde nicht zum zweiten gegriffen, was allerdings auch an meinen Lesevorlieben, die in diesem Buch eher sekundär erfüllt werden, liegen kann. Denn wie schon in „Die Sehnsucht ihrer Mutter“ macht es uns die Autorin auch hier nicht leicht.

Leicht zu lesen ist das Buch allerdings, was auch eines meiner Probleme war: wie gewohnt ist der Stil nüchtern, die Sätze oft recht kurz. Stellen, die viele vermutlich als „Längen“ bezeichnen würden, fehlen völlig. Alles Dinge, die mir das Lesen eher erschweren denn erleichtern. Und dann noch dieses immer wiederkehrende Motiv „History repeats itself“. Die Geschichte wiederholt sich, in Form eines Themas mit Variationen. Sicher bleibt das bei einer solchen Thematik nicht aus, aber die Wucht dessen, was da über mich als Leser hereinbrach, hat mich denn doch „kalt erwischt“ und meine Vorstellungen bei Weitem übertroffen.

Zwar geht es vordergründig um das Verhältnis von Müttern zu ihren Töchtern und umgekehrt. Blickt man jedoch tiefer, kommt automatisch ganz allgemein das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern, zwischen Kindern und Eltern in den schwierigsten Facetten zum Vorschein. Und schlimmer noch: die Fehler, die eine Generation begeht, pflanzen sich fort und bringen ihre „Früchte“ auch in der oder genauer sogar den kommenden Generationen. Jahrzehnte, bevor dieses Buch endet, hat der Vater Martas eine Entwicklung in Gang gesetzt, einen Teufelskreis begonnen, der auch hundert Jahre später noch seine schlimmen Auswirkungen zeigt.

Und genau darin liegt die große Stärke dieses Werkes: im Aufzeigen solcher Ursachen- und Wirkungszusammenhänge, wie ein gesagtes Wort eine Beziehung beeinflussen kann. Oder ein nicht gesagtes vielleicht noch viel mehr. Wie eine gut gemeinte Handlung ins Gegenteil, und schließlich eine Katastrophe umschlagen kann.

Die Autorin macht es dem Leser nicht immer leicht. War mir Marta am Ende des ersten Bandes deutlich unsympathisch, so konnte ich diese Meinung nicht beibehalten. Dafür hat sich Hildemara auf eine Weise verhalten, die ich zu Beginn nicht vermutet hätte, und sie über weite Strecken auf der Sympathieskala die Stelle ihrer Mutter hat einnehmen lassen. Überhaupt kann ich mich an kein Buch erinnern, in dessen Fortgang meine Sympathie und Antipathie für die Hauptfiguren solchen Schwankungen ausgesetzt war hier. Was für deren Lebendigkeit und Realitätsnähe spricht. Ganz zu schweigen davon, daß mir so manches (ohne daß ich näher darauf eingehen möchte) aus dem realen Leben nur zu bekannt vorkam.

Sicher war mir schon lange klar, worauf das Buch am Ende hinauslaufen würde. Zumindest dachte ich das über weite Strecken. Doch als ich dann auf den letzten etwa fünfzig Seiten angelangt war, begann meine Meinung, wie ich sie in der Besprechung zum ersten Band kundgetan hatte, zu kippen, war auf Sand gebaut und wurde von dem Sturm, mit dem das Buch endete, hinweggefegt. Geblieben ist die Verwunderung darüber, daß ich diese über tausend Seiten tatsächlich durchgehalten und dafür nur rund zehn Tage gebraucht habe. Revidiert habe ich meine Meinung, daß ich das Buch (beide Bände sind für mich eine untrennbare Einheit) nie mehr lesen würde. Und tief erschüttert verneige ich mich vor der Autorin, der es mit ihrem Werk gelungen ist, mir eine neue Sichtweise zu vermitteln. Oder wie es im Buch an zentraler Stelle heißt:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
(u. a. Seite 443)

 

Kurzfassung

Die Geschichte über vier Generationen endet hier in einem wahrlich beeindruckenden Finale. Auch wenn es für mich ein hartes Stück „Lesearbeit“ war: absolute Leseempfehlung.

 

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Über die Autorin

Francine Rivers wurde 1947 geboren. Sie hat an der Universität von Reno studiert und danach als Journalistin gearbeitet. Schon als Kind wollte sie schreiben. In 1976 erschien ihr erstes Buch, dem etliche weitere im Romance-Sector folgten.
1986 erfolgte ihre Hinwendung zum Christentum, in dessen Folge sie lange nach geeigneten Themen für künftige Bücher suchte. Im Jahre 1991 erschien „Redeeming Love“ (dt. „Die Liebe ist stark“), in dem sie ihre Hinwendung zum Christentum verarbeitete. Francine Rivers schrieb seither zahlreiche christlich inspirierte Bücher, die teilweise hohe Auflagen erreichten. („Mark of The Lion“ - Trilogie über 500.000 Exemplare). „The Last Sin Eater“ wurde von Michael Landon jr. verfilmt.
Für Ihre Bücher wurde sie mehrfach mit Preisen, u. a. dem Christy-Award, ausgezeichnet. Die Autorin lebt mit ihrem Mann im Norden Californiens; das Paar hat drei erwachsene Kinder und mehrere Enkel.

 

Bibliographische Angaben

Der Vorgängerband: Rivers, Francine: Die Sehnsucht ihrer Mutter

572 Seiten, gebunden. Originaltitel: Her Daughter’s Dream; aus dem Amerikanischen von Eva Weyandt. Verlag: Gerth Medien GmbH, Aßlar 2012

Lacy, Al & Joanna: Cherokee Rose

„Chief Pathkiller, es ist meine Hoffnung, daß sowohl meine Frau als auch ich nicht mehr unter den Lebenden weilen werden, wenn diese furchtbaren Dinge geschehen werden.“* (Seite 78)

Cover: Cherokee RoseZum Inhalt

Das Buch beginnt um 1790, als die ersten im Buch auftauchenden Figuren geboren wurden, so daß deren Herkunft kurz erzählt wird. Die eigentliche Handlung setzt dann 1801 ein, als Rosie/Naya nach dem Tod ihrer Eltern von den Cherokee adoptiert wird. Als deren Tochter Cherokee Rose etwa achtzehn Jahre als ist, kommen die Hauptereignisse, um die sich die Handlung dreht, in Schwung: die Vertreibung und gewaltsame Umsiedlung der Cherokee ins Indian Territory im Winter 1838/1839 auf Grund des Indian Removal Act von 1830. Zusammen mit rund vierzehntausend anderen Cherokee muß sie den Weg der Tränen - den Trail of Tears gehen, an dessen Ende über viertausend Tote zu beklagen sein werden.
Einziger Lichtblick ist Lieutenant Britt Claiborne, dessen Großmutter eine Cherokee war. Im Rahmen seiner Möglichkeiten versucht er zu helfen. Dabei kommen sich Cherokee Rose und Britt Claiborne näher. Doch haben sie wirklich eine Zukunft, sollten sie überleben?

 

 

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Turano, Jen: Zwei wie Hund und Katz

Er hatte mehr Mitgefühl, als Theodor ihm zugetraut hätte, aber dadurch stellte er eine noch größere Bedrohung dar.
Welche Frau konnte schon einem Mann widerstehen, der gut aussah, reich und auch noch mitfühlend war? (Seite 236)

 

Cover: Zwei wie Hund und KatzZum Inhalt

Arabella Becket, eine aktive Frauenrechtlerin, hatte nicht vor, im Gefängnis zu landen, als sie eine junge Frau vor einer überstürzten Heirat bewahren will. Noch weniger stand ihr der Sinn danach, von einem der größten Chauvinisten New Yorks - Theodor Wilder-, den ihre Mutter engagiert hatte, aus dieser mißlichen Lage befreit zu werden.
Zurück in New York, kreuzen zu beider Verärgerung sich ihre Wege stets aufs Neue. Richtig beunruhigend wird die Situation allerdings erst, als sich herausstellt, daß jemand Arabella nach dem Leben trachtet.

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Werner, Roland: Faszination frühe Christen

Ein Blick in die ersten drei Jahrhunderte zeigt zum einen, wie sehr sich unsere heutige Zeit von der Antike unterscheidet, und auf der anderen Seite, wie sehr wir zugleich vor ähnlichen Fragen und Herausforderungen stehen wie die frühen Christen damals. (Seite 8)

Cover: Faszination frühe ChristenZum Inhalt

Mit dem Kreuzestod Christi war seine Lehre mitnichten am Ende, wie es seine Gegner erhofft hatten. Im Gegenteil - sie schickte sich an, zunächst das Römische Weltreich und dann die Welt zu erobern. Und das unter extrem widrigen Bedingungen - nicht wenige der ersten Christen bezahlten die Treue zu ihrem Glauben mit dem Leben.
Woher kam die ungeheure Anziehungskraft des jungen Christentums in den ersten Jahrzehnten und Jahrhunderten nach Jesu Tod? Wieso wuchs die Gemeinde ständig weiter, obwohl sie unter grausamer Verfolgung litt?
„Dieses Buch zeigt, wie die mutigen Glaubenszeugen der ersten Jahrhunderte ihren Weg fanden - und wie ihre Entschlossenheit, ihre Hoffnung und ihr Glaube uns heute inspirieren können.“ (Roland Werner, Klappentext)

 

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