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Der beste Weg ist nicht immer der einfachste. (Seite 171)

 

Cover: Abfahrt in zwei MinutenZum Inhalt

Nach einer gescheiterten Beziehung beginnt Regina, die aus Berlin stammt, in Bern ein Studium. Ihre Freizeit verbringt sie oft mit Thomas und Valerie. Während letztere langsam wieder eine Jugendfreundschaft neu belebt, kommen sich Regina und Thomas näher. Doch Alexandra, die vom Gericht zur Bewährung aus Zürich nach Bern geschickt wurde, beginnt Intrigen zu spinnen und einen Keil zwischen Regina und Thomas zu treiben. Es gibt immer mehr Mißverständnisse, und als Regina auch noch an ihrem Arbeitsplatz Probleme bekommt, scheint die Situation ausweglos zu werden.

 

 

 

Kommentar / Meine Meinung

Bei Büchern, die abseits der üblichen Wege - also nicht in einem Verlag - erscheinen, bin ich immer etwas skeptisch. Da ich vor einiger Zeit mit dem Autor in anderem Zusammenhang einen sehr netten (Internet-) Kontakt hatte, wollte ich sein Buch nun doch unbedingt lesen. Und bin froh, meine Skepsis überwunden zu haben: das Buch hat mir sehr zugesagt.

Der Autor war mir aufgefallen, weil er sinngemäß geäußert hatte, daß man in seinen Romanen keine Sexszenen finden würde und sie zwar nicht ausgesprochen zum Genre der christlichen Literatur zählen, aber von einem christlichen Grundverständnis getragen sind. Da mich in so manchem Roman (und Film) schon seit langem stört, daß anscheinend die einzige Möglichkeit zu zeigen, daß zwei sich mögen, ist, die miteinander in die Kiste zu schicken, war ich gespannt, wie Martin Fischer das angeht. Und auch, was mit dem „christlichen Grundverständnis“ gemeint ist.

In beiden Dingen wurde ich sehr positiv überrascht.

„Abfahrt in zwei Minuten“ ist Fischers erster Roman, und in der ersten Hälfte merkt man das auch etwas. Die eine oder andere Formulierung erschien mir etwas holprig und hölzern, bei mancher wörtlichen Rede war ich mir nicht so ganz sicher, ob man das „im wirklichen Leben“ auch tatsächlich so sagen würde. Aber im Verlauf des Buches hatte ich das Gefühl, daß der Autor sich quasi „warm geschrieben“ hatte; es wurde stilistisch immer glatter und flüssiger zu lesen - die Anfangsschwierigkeiten waren überwunden. Übrigens wurde das Buch anscheinend besser als manche Verlagserscheinung Korrektur gelesen. Mir ist nur ein Satzfehler aufgefallen; das ist extrem wenig (bzw. extrem gut), wenn ich da an manches Buch, das in einem größeren Verlag erscheint, denke, das deren etliche aufweist.

Durch das ganze Buch hindurch merkt man allerdings, daß der Autor aus der Schweiz kommt, denn immer wieder tauchen Begriffe und Wendungen auf, die mir als schweizerisch erschienen. Das ist sicherlich geeignet, für den (größten) Teil des Buches, der in Bern spielt, für das entsprechende Lokalkolorit zu sorgen. Aber wenn in Berlin solche Ausdrücke fallen, ist das denn doch eher unüblich, zumindest für deutsche Leser. Schweizern dürfte das vermutlich gar nicht auffallen.

Solche Sexszenen, wie sie heute vielfach üblich sind, sucht man in dem Buch in der Tat vergebens. Was aber nicht heißt, daß das Thema ausgeklammert wird. Man muß den Figuren nur nicht bis ins Schlafzimmer (oder sonst wohin) folgen, die Tür bleibt einfach zu, aber man weiß trotzdem, was passiert. Ich fand das ausnehmend positiv und würde mir wünschen, daß solche Schreibweise öfters anzutreffen wäre.

Ferner ist mir sehr positiv aufgefallen, was der Autor unter einer „christliche Grundhaltung“ versteht. Einige Figuren sind gläubig, andere nicht, und bei wieder anderen erfährt man nichts über deren Einstellung. Da war nichts aufgesetzt oder gewollt, es ist einfach wie im richtigen Leben. Und gerade durch das Dezente wird sehr schön deutlich, daß man selbst in der heutigen säkularen Zeit nach Grundsätzen leben kann, die nicht unbedingt dem entsprechen, was den allgemeinen Mainstream ausmacht.

Unüblich in diesem Genre ist sicherlich, daß nicht alle (Haupt-) Figuren durchgängig mehr oder weniger aktive Christen sind oder im Verlauf des Buches dazu werden. Ganz zu schweigen von so mancher kriminellen Machenschaft und Energie, die von Alexandra ausgeht. Die Handlungsstränge wurden für mein Empfinden bis zum Ende hin konsequent durchgehalten, ohne „magische Elemente“, wunderbare Bekehrungen oder was es sonst dergleichen geben mag. Eine Geschichte, wie hier im Buch beschrieben, könnte sich in der realen Welt genau so abspielen, mit genau solchen Protagonisten. Etwas, was man nicht über jedes Buch so sagen kann.

Der Untertitel „Liebesroman“ deutet an, worum es in diesem Buch geht und wie wohl das Ende sein könnte. Die beiden Liebesgeschichten werden auch, wie sich das für so ein Buch gehört, so zu Ende geführt, daß ich das Buch am Ende zufrieden und mit einem Lächeln auf den Lippen zuklappen konnte.

Obwohl - ob die Geschichten wirklich zu Ende sind, verrate ich hier natürlich nicht, das muß schon jeder selbst lesen. Vielleicht genügt der Hinweis, daß in einigen Monaten eine Fortsetzung erscheinen soll. Die werde ich auf jeden Fall sehr bald lesen.

 

Kurzfassung

Mit ein paar Anfangsschwächen ein schöner Liebesroman, der mir ein paar entspannte (soweit das die Spannung im Buch zuließ) Lesestunden beschert hat.

 

Über den Autor

Martin Fischer wurde 1962 geboren, ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern. „Abfahrt in zwei Minuten“ ist sein erster Roman.

Bibliographische Angaben

294 Seiten, kartoniert. Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (Amazon) 2014
ISBN 978-1-497-45488-0

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